Als Landwirtin auf unserem Familienbetrieb in Wüstenhöfen liegt mir unsere Heimat sehr am Herzen. Deshalb ist mir auch das Ehrenamt wichtig, denn es hält unsere Dörfer lebendig.
Ehrenamt hat viele Gesichter. Ob in der Feuerwehr, der Landjugend, im Sportverein, bei den Landfrauen, im Schützenverein oder bei all den Aufgaben, die oft ganz selbstverständlich und im Hintergrund übernommen werden: Überall engagieren sich Menschen mit Zeit, Herzblut und Einsatz für andere. Dieses Engagement verdient Anerkennung, Wertschätzung und vor allem verlässliche Unterstützung.
Ein Dorf lebt davon, dass Menschen mehr tun, als sie müssten. Ein Gewinn für uns alle.
Meine Zeit in der Landjugend hat mich besonders geprägt. Sie hat mir gezeigt, was es bedeutet, anzupacken und zusammen etwas zu erreichen. Ich habe Freundschaften fürs Leben geschlossen und unzählige Erinnerungen gesammelt. Landjugend ermöglicht jungen Menschen, Anschluss zu finden, etwas zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen.
Mit den Landjugenden in Heidenau, Dohren und Wistedt sowie den Dorfjugenden in Kampen und Königsmoor sind wir in unserer Samtgemeinde sehr stark aufgestellt. Das darf nicht verloren gehen.
Wusstet ihr, dass sie unter anderem Bänke aufgestellt, Müll gesammelt und Bäume gepflanzt haben? Oder was sie bei den 72-Stunden-Aktionen Großartiges geschaffen haben? Und ich glaube, mit stärkerem Rückhalt können sie noch mehr tolle Projekte realisieren.
Sie organisieren Erntefeste, Osterfeuer und viele weitere Veranstaltungen und tragen so seit Jahrzehnten dazu bei, dass Menschen, von jung bis alt, zusammenkommen und Traditionen erhalten bleiben. Oft bleibt dabei noch nicht mal etwas übrig. Sie tun das fürs Dorf – für die Kinder, die Senioren, für alle, die sich jedes Jahr darauf freuen.
Das zeigt für mich: Es geht nicht nur darum, Neues zu schaffen. Es geht auch darum, das zu erhalten und zu stärken, was unsere Dörfer seit vielen Jahren ausmacht.
Damit sich junge Menschen auch in Zukunft einbringen können, brauchen sie in den Dörfern unserer Samtgemeinde feste Treffpunkte. Orte, an denen sie sich austauschen, Ideen entwickeln, mal lauter sein dürfen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen können. Dort werden auch demokratische Werte gelebt und weitergegeben.
Ich möchte mich dafür einsetzen, dass junge Menschen nicht nur gehört, sondern wirklich beteiligt werden und unsere Heimat aktiv mitgestalten können. Wer früh erlebt, dass der eigene Einsatz etwas bewirken kann und sich seiner Heimat verbunden fühlt, ist eher bereit, sich auch langfristig für sie einzusetzen.
Für mich steht fest: Zukunft beginnt dort, wo Menschen sich einbringen, sich wertschätzen, füreinander da sind und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Genau diesen Zusammenhalt möchte ich stärken, damit in unserer Samtgemeinde auch in Zukunft Menschen gerne leben und zusammen etwas bewegen.
Autorin: Melissa Kröger
