ZUSAMMEN leben – Generationen verbinden
Wenn ich an unsere Samtgemeinde denke, dann denke ich nicht zuerst an Straßen oder Gebäude. Ich denke an die Menschen, die hier leben: an Kinder, Jugendliche, Familien, Berufstätige und Seniorinnen und Senioren. Für mich ist eine lebenswerte Samtgemeinde eine, in der alle Generationen ihren Platz haben. Eine Samtgemeinde, in der niemand das Gefühl hat, übersehen zu werden – egal ob jung oder alt.
Ich wünsche mir einen Ort, an dem Menschen nicht nebeneinander leben, sondern füreinander da sind. Einen Ort, an dem Erfahrung auf neue Ideen trifft, an dem Kinder und Jugendliche ernst genommen werden und ältere Menschen nicht nur Unterstützung erhalten, sondern ihre Erfahrungen und ihr Wissen weiterhin aktiv einbringen können.
Denn genau das macht Heimat aus.
Jugend ernst nehmen – nicht nur über sie reden
Kinder werden irgendwann Jugendliche – und auch sie brauchen einen festen Platz in unserer Samtgemeinde. Ich finde, wir reden oft über junge Menschen, aber noch zu selten mit ihnen. Dabei haben gerade Jugendliche oft einen klaren Blick darauf, was sie sich für ihren Alltag wünschen.
Mit dem Jugendrat haben wir bereits eine gute Grundlage geschaffen. Darauf können und müssen wir aufbauen. Ich wünsche mir, dass junge Menschen noch stärker in die laufende politische Arbeit eingebunden werden und erleben, dass ihre Ideen gehört werden und tatsächlich etwas bewirken können.
Genauso wichtig ist die offene Jugendarbeit. Unser Jugendzentrum leistet jeden Tag großartige Arbeit und schafft einen wertvollen Ort für Begegnung, Freizeit und Unterstützung. Dieses Angebot ist unverzichtbar und verdient unsere volle Unterstützung. Gleichzeitig wissen wir, dass nicht alle Jugendlichen ihre Freizeit im Jugendzentrum oder in einem Verein verbringen. Deshalb wünsche ich mir zusätzliche Treffpunkte im öffentlichen Raum – Orte, an denen sich junge Menschen unkompliziert treffen, austauschen und einfach gemeinsam Zeit verbringen können. Orte, an denen sie willkommen sind, auch einmal etwas lauter sein dürfen und niemanden stören.
Jugend braucht Räume – und sie braucht Vertrauen. Wer jungen Menschen dieses Vertrauen schenkt, stärkt ihre Selbstständigkeit, ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Verbundenheit mit ihrer Heimat.
Generationen verbinden statt trennen
Mindestens genauso wichtig ist mir der Blick auf die älteren Generationen.
Unsere Gesellschaft wird älter. Das ist keine Belastung – sondern auch eine große Chance. Viele Seniorinnen und Senioren verfügen über einen enormen Erfahrungsschatz, haben Zeit und möchten sich weiterhin aktiv in unsere Gemeinschaft einbringen. Ich wünsche mir, dass wir dieses Potenzial viel stärker nutzen.
Warum nicht Seniorinnen und Senioren als Schülerlotsen einsetzen, bei der Hausaufgabenbetreuung unterstützen oder ein Oma- und Opa-Patenprogramm ins Leben rufen? Kinder profitieren von Aufmerksamkeit, Erfahrung und Zeit. Ältere Menschen bleiben aktiv, knüpfen neue Kontakte und erleben, wie wertvoll ihr Engagement für unsere Gemeinschaft ist. So entsteht echter Zusammenhalt – nicht auf dem Papier, sondern im Alltag.
Mehrgenerationenwohnen als Chance
Ein weiterer wichtiger Baustein sind generationenübergreifende Wohnformen.
Mehrgenerationenhäuser schaffen Begegnungen ganz selbstverständlich. Jung und Alt unterstützen sich gegenseitig, helfen sich im Alltag und profitieren voneinander. Aus Nachbarn werden Gemeinschaften.
Ich wünsche mir, dass wir solche Wohnformen in unserer Samtgemeinde aktiv fördern und bei zukünftigen Bauprojekten stärker mitdenken. Denn gerade dort, wo Generationen zusammenleben, entstehen oft die stärksten Nachbarschaften.
Eine gute medizinische Versorgung gehört dazu
Zu einem guten Leben für alle Generationen gehört auch eine verlässliche medizinische Versorgung.
Natürlich entscheidet die Samtgemeinde nicht allein darüber, wo sich Ärztinnen und Ärzte oder Fachärztinnen und Fachärzte niederlassen. Trotzdem können wir Rahmenbedingungen schaffen, die unsere Region attraktiver machen.
Dazu gehören geeignete Flächen für Praxen, bezahlbarer Wohnraum, eine gute Kinderbetreuung und die aktive Unterstützung bei Ansiedlungen. Gerade junge Medizinerinnen und Mediziner entscheiden sich heute nicht nur für einen Arbeitsplatz, sondern für einen Lebensort – für sich und ihre Familien.
Auch wenn die Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten nicht zu den klassischen Aufgaben einer Samtgemeinde gehört, können wir unterstützen – zum Beispiel durch attraktive Rahmenbedingungen wie geeignete Bauflächen, bezahlbaren Wohnraum oder die Sicherstellung von Kindergartenplätzen. All das trägt dazu bei, unsere Region für Fachkräfte attraktiver zu machen.
Wenn wir hier gute Bedingungen schaffen, profitieren am Ende alle Generationen.
Mein Ziel
Ich wünsche mir eine Samtgemeinde, in der Kinder mitreden dürfen, Jugendliche Verantwortung übernehmen können, Familien Unterstützung erfahren und ältere Menschen ihre Erfahrung weitergeben können.
Eine Samtgemeinde, in der Jung und Alt nicht nebeneinander leben, sondern sich gegenseitig bereichern.
Denn Zusammenhalt entsteht nicht von allein. Er entsteht dort, wo Menschen einander zuhören, sich gegenseitig unterstützen und Verantwortung füreinander übernehmen. Genau dafür möchte ich mich einsetzen.

Autor: Hinnerk Zirkel
