Wenn über Wirtschaft gesprochen wird, denken viele zuerst an große Unternehmen oder internationale Konzerne. Ich denke dabei an die vielen Handwerksbetriebe, Einzelhändler, Dienstleister und Familienunternehmen vor Ort. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus, zahlen Steuern und engagieren sich in Vereinen und für das gesellschaftliche Leben. Sie sind ein wesentlicher Teil unserer Heimat.
Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch, wie herausfordernd es geworden ist, einen Betrieb weiterzuentwickeln.
Unsere Bäckerei ist seit über 100 Jahren in Tostedt verwurzelt. Wir möchten auch in Zukunft hier produzieren, investieren und Arbeitsplätze sichern. Doch selbst für ein Unternehmen, das seit Generationen hier ansässig ist, ist es heute äußerst schwierig, geeignete Gewerbeflächen für eine Erweiterung zu finden. Dabei geht es nicht darum, irgendwo neu anzusiedeln – sondern darum, einen gewachsenen Betrieb in Tostedt zu halten und ihm die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln.
Ich habe außerdem erlebt, wie wichtig eine gute Kommunikation zwischen Unternehmen, Politik und Verwaltung ist. Gerade bei komplexen Projekten reicht es nicht aus, Anträge zu bearbeiten. Es braucht den gemeinsamen Willen, Lösungen zu finden. Verwaltung sollte nicht nur prüfen, was nicht geht, sondern gemeinsam mit den Beteiligten überlegen, was möglich ist.
Natürlich müssen Gesetze und Vorschriften eingehalten werden. Aber innerhalb dieser Rahmenbedingungen gibt es oft Spielräume, um Projekte konstruktiv zu begleiten. Eine moderne Verwaltung sollte sich als Partner verstehen – nicht als Hürde.
Eine starke Wirtschaft nützt nicht nur den Unternehmen. Sie schafft sichere Arbeitsplätze, bietet jungen Menschen Ausbildungsplätze und sorgt dafür, dass Menschen in ihrer Heimat arbeiten können. Gleichzeitig bilden die Steuereinnahmen der Unternehmen die Grundlage für viele kommunale Aufgaben – von Kindergärten und Schulen über Feuerwehren bis hin zu Straßen, Sportanlagen und kulturellen Angeboten.
Deshalb müssen wir wirtschaftliche Entwicklung als Chance begreifen. Wenn bestehende Betriebe wachsen möchten oder neue Unternehmen sich ansiedeln wollen, sollten wir sie dabei aktiv unterstützen. Das bedeutet ausreichend Gewerbeflächen vorzuhalten, Genehmigungsverfahren effizient zu gestalten und frühzeitig gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Als unabhängige Wählergruppe stehen wir für eine Politik, die wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht. Nicht, weil Unternehmen bevorzugt werden sollen, sondern weil eine starke Wirtschaft allen zugutekommt. Denn am Ende profitieren nicht einzelne Betriebe, sondern unsere gesamte Gemeinde – durch sichere Arbeitsplätze, stabile Finanzen und eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen.

Autor: Hendrik Weiß
